Interessante Artikel findet ihr in dem Heft: Obst & Garten.


Für einen Obstbrand sind die bei uns üblichen Obstsorten wie Apfel (mit Einschränkungen für einige Sorten), Birne, Pflaume, Zwetschgen, Mirabellen, Kirsche etc. gut geeignet.
Das Obst sollte sauber, keinesfalls faulig und bei Pflaumen und Zwetschgen – wegen der in den Kernen steckenden Blausäureproblematik – entkernt sein.
Eigentlich so, wie man es auch zum direkten Verzehr verwenden würde.
Schadstellen sind unbedingt auszuschneiden und besonders auch erdige Teile gründlich abzuwaschen. Das gesäuberte und nochmal vom Waschwasser saubergespülte/abgebrauste Obst wird mit Hilfe eines Musers zerkleinert und in den Maischebehälter bis zu etwa 3/4 der Füllh.he eingefüllt.
Damit sollte sichergestellt sein, dass für die Gärung genügend Raum vorhanden bleibt. Es wird Gärhefe, vorzugsweise als aufgelöste Trockenhefe zugesetzt, Hefenährsalz und Enzyme zugegeben.
Die Enzyme brechen die Zellwände auf, womit eine vollständige Verflüssigung der Maische erreicht wird. Der Behälter wird dicht verschlossen und mit Gärröhrchen mit Sperrflüssigkeit versehen.
Je nach Obstsorte und Temperatur kann nach 48 bis 72 Stunden (ca. 50%) Gärdauer der an der Oberfläche sich bildende Tresterhut untergestoßen werden.
Danach soll der Behälter bis zum Abschluss der Gärung, um Sauerstoffeintritt zu vermeiden, nicht mehr geöffnet werden.
Die Raumtemperatur zur Gärung soll 18 °C betragen und 20 °C nicht überschreiten.
Nach dem Abflauen der Gärung ist die Brennmaische auf vollständige Durchgärung und Säuregehalt zu überprüfen.
Der ideale pH-Wert von 3,0 bis 3,2 ist gegebenenfalls durch ansäuern mit Milch- oder Zitronensäure herzustellen.
Danach sollte die Maische möglichst kurzfristig destilliert werden. Für einen Brand benötigt Peter Schneider mindestens 120 Liter Maische, vorzugsweise in leicht zu händelnden, bis zu 60 Liter fassenden Gärbehältern.
Es wurden dann noch Gärfehler, Obstbesonderheiten und das Verzollen des Alkohols angesprochen.
Wer selbst Maische für einen Obstbrand herstellen möchte, sollte sich zuvor an einen Brenner wenden.
Susann und Peter Schneider betreiben ihre sehr schöne Anlage hobbymäßig, sind aber gerne bereit, entsprechende Tipps zu geben.
Aufgestellt, am 14. August 2022
Der Obst- und Gartenbauverein Gelnhausen (OGV) lud am Sonntag, den 6. Oktober 2024, zu einem besonderen Ereignis ein: „Alte und neue Apfelsorten – ein Vergleich“. Der Vortrag, gehalten von dem renommierten Pomologen Werner Nussbaum, fand im historischen Brausaal des Romanischen Hauses in Gelnhausen statt und lockte rund 30 interessierte Zuhörer an. Diese Veranstaltung war Teil der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Vereins und bot eine großartige Gelegenheit, tiefere Einblicke in die Welt der Apfelsorten, der Baumpflege und des Pflanzenschutzes zu gewinnen.
Werner Nussbaum faszinierte das Publikum mit seinem umfangreichen Wissen und seiner Erfahrung. Er erläuterte die Vielfalt alter und neuer Apfelsorten und deren Bedeutung für den regionalen Obstbau. Dabei ging er besonders auf die spezifischen Merkmale der verschiedenen Sorten ein, die ihren Geschmack und ihre Anbaueigenschaften ausmachen. Seine detaillierten Erklärungen zeigten, wie viel Fachwissen in der Apfelkunde steckt und regten zu lebhaften Gesprächen an.
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die anschließende Sortenbestimmung, bei der 15 Teilnehmer ihre unbekannten Apfelsorten von Werner Nussbaum bestimmen ließen. Die Besucher erhielten so die Möglichkeit, mehr über die Herkunft und Besonderheiten ihrer mitgebrachten Äpfel zu erfahren und seltene oder längst vergessene Sorten zu entdecken.
Neben dem Vortrag konnten die Besucher auch eine Ausstellung mit rund 30 verschiedenen Apfelsorten besichtigen. Diese Präsentation bot einen Einblick in die Vielfalt der Apfelsorten und verdeutlichte deren Bedeutung für die Region Gelnhausen und den Obstbau im Allgemeinen.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Erntedankfestes statt, bei dem am Sonntagmorgen auch ein Gottesdienst in der Marienkirche stattfand. Ein weiteres Highlight des Wochenendes war das Apfelsaftpressen für Kinder, das bereits am Samstag im Rahmen der “Kinderkirche” unter der Leitung der evangelischen Kirche stattfand. Diese praktische und unterhaltsame Aktivität war eine schöne Gelegenheit für die jungen Gäste, mehr über die Herstellung von Apfelsaft zu lernen.
Die Kombination aus dem informativen Vortrag von Werner Nussbaum, der interessanten und fast quizshowartigen Sortenbestimmung sowie den vielseitigen Festaktivitäten rund um das Erntedankfest, machte diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Werner Nussbaum hat eindrucksvoll gezeigt, wie spannend und vielfältig das Thema Apfel und Obstbau sein kann, und dabei sowohl Experten als auch Laien gleichermaßen begeistert. Sein Fachwissen und seine Leidenschaft für die Apfelkunde haben die Teilnehmer inspiriert und dafür gesorgt, dass dieser Tag lange in Erinnerung bleiben wird.










